Infrarotfotografie „Blattweiß“

Idee:
So gut wie Jeder kann sich eine Kamera kaufen und nicht selten kommen dabei ganz schöne Fotos zum Vorschein. Die Kunst, mit seinen Bildern die Welt in ein anderes Licht zu tauchen und dem Betrachter ein Staunen oder Bewundern zu entlocken, ist dagegen nur schwer zu verwirklichen. Für mich wurde das durch die Infrarotfotografie möglich. Kurz gesagt wird alles Grün zu Weiß. Doch das alleine wäre zu einfach. Man muss die fertigen Fotos sehen, um wirklich zu begreifen, was nach der Bearbeitung dabei herauskommt.

Ausrüstung:
Klar kann man Infrarotbilder im Internet finden aber die große Masse gibt es nicht. Das liegt daran, dass man dafür eine Spezialkamera braucht. Digitale Standardkameras haben einen Sperrfilter vor dem Sensor, der infrarotes Licht zurückhält. Man muss die Kamera umbauen und braucht für das Objektiv einen speziellen Filter. Das sind Kosten, die man als Hobbyfotograf nicht einfach aus dem Ärmel schüttelt.
Ich hatte das Glück, dass zwei gute Freunde eine solche Kamera besitzen und ich sie mir ausleihen durfte. Ein Stativ ist nicht zwingend notwendig.

Technik:
Natürlich geht man dann direkt mit der Kamera raus und fotografiert alles Erdenkliche. Aber das Ergebnis ist meist ernüchternd.
Zuallererst muss man völlig umdenken und eine neue Art des Sehens lernen. Die Digitalfotos sind nur in Rottönen zu sehen. Erst bei der digitalen Nachbearbeitung (der Rotkanal wird zum Blaukanal und der Blaukanal zum Rotkanal) kommt das Ergebnis zum Vorschein.
Wie schon erwähnt wird alles Grün zu Weiß, die anderen Farben erscheinen als Grautöne. Fotografiere ich also eine Wiese habe ich  ein fast schneeweißes Bild, es fehlt der Kontrast. Den finde ich z.B. im Himmel oder in anderen Gegenständen. Ganz toll verhält sich ruhiges Wasser, das fast schon wie tiefschwarzes, spiegelndes Öl aussieht. Auch dunkle Baumstämme zu dem weißen Blattgrün tauchen das Motiv in eine Art Winterlandschaft. Auch ein klarer Himmel mit kleinen Wolkenformationen bringt einen tollen Kontrast hervor. Zuviele Wolken lassen wiederum den Himmel bloß grau erscheinen.

Probleme:
Allgemein lässt sich sagen, dass ohne Sonne der Effekt ziemlich gegen Null geht. Auch ist die digitale Nachbearbeitung nicht zu unterschätzen. Zwar lässt sich schnell erkennen, ob das Bild in die engere Auswahl kommt, aber der Feinschliff dauert meist Stunden. Auch sollte man im 16 Bit und RAW Modus arbeiten, damit man im Nachhinein noch Einfluss auf die Belichtung hat.

Zusammengefasst:
Viel Zeit ist nötig, um zu erkennen, ob das Motiv Infrarottauglich ist oder nicht. Sonst erhält man nur ein graues Bild und der Wow-Effekt bleibt völlig aus. Das heißt, bei schönem Wetter raus und viel fotografieren. 

 

Interview: Digital photo

Interview: PROPHOTO

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